Endodontische Mikrochirurgie

In einigen wenigen Fällen kann eine Wurzelkanalbehandlung alleine den Zahn nicht retten.

  • Dies kann der Fall sein, wenn eine komplexe Kanalstruktur vorliegt, die stark verzweigt ist und Bakterien im Wurzelkanal dadurch nicht ausreichend auf orthogradem Wege entfernt werden können.
  • Auch können bei der Kanalsäuberung nicht überwindbare Verkalkungen im Kanlalverlauf vorliegen, die selbst mit feinsten Instrumenten den Kanal unpassierbar machen.
  • Manchmal wurde im Kanal auch schon bei einer vorangegangenen prothetischen Versorgungt ein Stift verankert, dessen Entfernung nicht möglich ist oder mit einer zu hohen Frakturgefahr für die Wurzel verbunden wäre.
  • Bei anhaltenden Problemen an Ihrem Zahn trotz einer, auf dem Röntgenbild korrekt erscheinenden Wurzelfüllung, ist die chirurgische Freilegung der Wurzel zur Diagnose möglicherweise vorhandener mikroskopisch feiner Wurzelfrakturen notwendig.

In diesen Fällen kann endodontische Chirurgie die letzte Chance darstellen, den Zahn zu erhalten.

   

Die Wurzelspitzenresektion

wurzelspitzenresektion an einem oberen Frontzahn

Grafiken mit freundlicher Genehmigung der © VDZE

Die Behandlungsabläufe bei der Wurzelspitzenresektion - Erklärung durch Klick auf's Bild

Die sogenannte Wurzelspitzenresektion ist die häufigste endochirurgische Maßnahme. Dabei wird ein Zugang durch den Knochen zur Wurzelspitze geschaffen, um das infizierte Gewebe zu entfernen. Gleichzeitig kann die Wurzel unter direkter Sicht mit Hilfe des Mikroskops untersucht und deren äußerste Spitze, in der sich oft feinste und deshalb nicht zu reinigende Kanalverästelungen befinden, abgetrennt werden. Danach erfolgt die Untersuchung der Wurzeloberfläche unter hoher Vergrößerung mit dem Operationsmirkoskop. Es werden die Wurzelkanäle mit ihren Ausläufern dargestellt und mit sehr kleinen Ultraschallinstrumenten von der Rückseite aufbereitet. Eine kleine Füllung wird von der Wurzelspitze her mit einem körperverträglichen Material eingebracht, um den Wurzelkanal zum Knochen hin bakteriendicht zu verschließen. Um eine zügige Heilung zu erwirken, wird das Zahnfleisch anschliessend wieder mit mikrochirurigschen Nähten verschlossen. Durch diese Behandlung kann es zu einer Regeneration des Knochens um die Wurzelspitze in den darauffolgenden Monaten kommen.


Leider ist es auch heute immer noch allzu oft üblich, eine Wurzelspitzenresektion ohne Berücksichtigung der endodontisch bedingten Ursache der periapicalen Erkrankung durchzuführen. Vorhandene Bakterien im Wurzelkanal bedingen somit eine weiterhin bestehende oder erneute Entzündung im Knochen um die Wurzelspitze.

Wurzelspitzenresektion an einem unteren Seitenzahn

Grafiken mit freundlicher Genehmigung der © DGET

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