Wurzelfüllmethoden mit Blick auf Qualität und Kosten

Welche Wurzelfüllungsmethode ist die beste für Ihren Zahn?

Zahnerhalt geht vor Zahnersatz: jeder eigene Zahn ist besser, als das beste Implantat. Darum sollte alles versucht werden, eigene Zähne möglichst lange zu erhalten. Oft ist das nur durch eine Wurzel(kanal)behandlung möglich. Eine Garantie, dass jeder Zahn auf diese Weise dauerhaft gerettet werden kann, gibt es leider nicht. Querschnittsstudien zeigen, dass in Deutschland mehr als 50% der wurzelbehandelten Zähne immer noch Entzündungen zeigen und über 80% der Wurzelkanalfüllungen Mängel aufweisen.
Studien zeigen jedoch auch, dass Erfolgsquoten bis zu über 90% möglich sind! Dafür ist eine Behandlung zum Beispiel durch einen auf Wurzelkanalbehandlungen spezialisierten Zahnarzt (Endodontologen) nach einem wissenschaftlich basierten  Behandlungskonzept mit entsprechendem Präzisions- und Zeitaufwand nötig.

 

Durch den Einsatz moderner, technischer Hilfsmittel und Methoden, wird dem Zahnarzt das Erreichen einer maximalen Präzision ermöglicht. So können auch Zähne erhalten werden, bei denen ansonsten die Extraktion (Entfernung) empfohlen wird.

 

Die herkömmliche, vielfach in deutschen Zahnarztpraxen durchgeführte Methode:

 

Arbeitsschritte grob skizziert:

  • Entfernung des Zahnmarks aus Krone und Hauptkanälchen mit Kanalfeilen aus Edelstahl.
  • Bestimmung der Wurzellänge mittels Röntgenaufnahmen.
  • Einfachen Pastenfüllung und Verschlussfüllung.

Vor- und Nachteile der Methode:

geringe Behandlungszeit
keine Zusatzkosten
–  Keine ausreichend keimarme Behandlung möglich
–  Hohe Bruchgefahr der unflexiblen Stahlfeilen im Wurzelkanal
–  Nebenkanäle werden nicht erkannt und bleiben oft unbehandelt
–  Frakturen und Perforationen werden oft übersehen
–  Längenbestimmung nur durch Röntgen zu ungenau
–  Behandlung schwieriger Anatomien nicht möglich
–  Erfolgswahrscheinlichkeit für Zahnerhalt deshalb oft unter 60%!

 

Diese Behandlung ist im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkasse in Deutschland enthalten. Sie wird, unter Einhaltung bestimmter Kriterien, bei einfachen Behandlungsfällen von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Qualitätssteigernde Zusatzleistungen

Neben einer Wurzelkanalbehandlung, welche der gesetzlichen Kasse in Rechnung gestellt wird, dürfen laut den geltenden Bestimmungen nur bestimmte Leistungen zusätzlich erbracht werden.
Eine Mehrkostenregelung wie bei Füllungen oder Zahnersatz läßt das Gesetz bei Wurzelkanalbehandlungen leider nicht zu.

 

Zusätzliche Verfahren können die Qualität der Behandlung steigern.

  • Die elektronische Längenmessung ermöglicht eine wesentlich genauere Lokalisation des Wurzelkanal-Endes und damit das exaktere Entfernen des Gewebes an der Wurzelspitze.
  • Die zusätzliche Anwendung von zum Beispiel Spülungen mit Ultraschall verbessert die Reinigung und Desinfektion des Wurzelkanalsystems.
  • Mit einer Anwendung eines Dentalmikroskops zu diagnostischen Zwecken kann vor dem Beginn der eigentlichen Wurzelkanalbehandlung manchmal Frakturen und Mikrorisse erkannt werden. Während der Behandlung können damit ggf. Perforationen erkannt werden.
  • Die Erstellung einer mit dem Zahn adhäsiv verklebten, dichten Füllung vor der Wurzelbehandlung sichert eine keimärmere Behandlung
  • Besonders die Isolierung des Zahns durch ein Abdecktuch verhindert die Kontamination durch Speichel.
  • Die Erstellung eines adhäsiv verklebten Verschlusses für die Zeit zwischen den Behandlungsterminen verhindert sicherer die Neubesiedlung des Wurzelkanals mit Keimen.
  • Nach Fertigstellung der Wurzelkanalaufbereitung kann die Anwendung eines Dentallasers zusätzlich zur Keimverminderung im Kanalsystem beitragen.
  • Adhäsiv verklebte Glasfaserstifte und Füllungen verschließen den Zahn bakteriendicht und stabilisieren ihn bis eine Versorgung mit einer Krone erfolgen kann.

Diese genannten Leistungen sind nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen enthalten und müssen dem gesetzlich versicherten Patienten in Rechnung gestellt werden.